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Füße pflegen bei Polyneuropathie: Ursachen und Tipps

Viele Patient:innen klagen über Kribbeln, Taubheitsgefühle oder brennende Schmerzen in den Füßen. Häufig steckt eine Polyneuropathie dahinter – eine Erkrankung der Nerven, die besonders oft bei Diabetes, Alkoholmissbrauch oder Vitaminmangel auftritt.

Die Folgen für die Füße sind gravierend: Da Schmerzen oder Druckstellen nicht mehr richtig wahrgenommen werden, entstehen unbemerkt Wunden, Verletzungen und Infektionen.

💡 Wichtig: Je früher die Pflege angepasst wird, desto besser lassen sich Spätfolgen verhindern.

Was ist eine Polyneuropathie?
Unter Polyneuropathie versteht man eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven. Besonders betroffen sind Hände und Füße, da sie am weitesten vom Rückenmark entfernt sind.

Typische Symptome in den Füßen:

  • Kribbeln („Ameisenlaufen“)
  • Taubheitsgefühle
  • Brennende Schmerzen (vor allem nachts)
  • Gangunsicherheit
  • Wunden oder Blasen, die unbemerkt bleiben

Die häufigsten Auslöser sind:

  • Diabetes mellitus (diabetische Polyneuropathie)
  • Alkoholkonsum (toxische Schädigung)
  • Vitaminmangel (v. a. B12)
  • Infektionen (Borreliose, HIV)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Chemotherapie (medikamentös bedingt)
  • Erblich bedingte Formen

Nachzulesen: Deutsche Diabetes Gesellschaft – Polyneuropathie

Warum sind gerade die Füße bei Polyneuropathie so gefährdet?

  • Verlust der Schmerzempfindung: kleine Verletzungen werden nicht bemerkt
  • Schlechte Wundheilung: erhöhtes Risiko für Infektionen
  • Druckstellen durch falsches Schuhwerk → Entstehung von Geschwüren
  • Gangunsicherheit → erhöhte Sturzgefahr

Polyneuropathie-Fußpflege – warum regelmäßige Fußpflege so wichtig ist:

  • Entfernung von Hornhaut & Nagelkorrektur
  • Kontrolle auf kleine Verletzungen bei jedem Termin
  • Druckentlastung durch Polster, Einlagen & Orthosen
  • Beratung zu Schuhwerk & Socke

Tipps für die tägliche Fußpflege bei Polyneuropathie:

  • Täglich Füße kontrollieren (ggf. mit Spiegel)
  • Bequeme, weite Schuhe tragen (keine Druckstellen)
  • Socken aus Baumwolle oder Wolle → atmungsaktiv
  • Nie barfuß laufen (Verletzungsgefahr!)
  • Fußcremes mit Urea nutzen (gegen trockene Haut)
  • Fußgymnastik machen (Zehen krallen, Ballrollen)
  • Wärme/Kälte vermeiden, da Empfindung gestört ist
  • Professionelle Hilfsmittel
  • Orthopädische Einlagen: Entlastung der Fußsohlen
  • Spezielle Diabetikerschuhe
  • Druckschutz-Polster bei empfindlichen Stellen
  • Kompressionsstrümpfe bei Durchblutungsstörungen
  • Ernährung & Lebensstil
  • Vitamin-B-reiche Ernährung (Fisch, Eier, Vollkornprodukte)
  • Verzicht auf Alkohol & Nikotin
  • Regelmäßige Bewegung (Spazierengehen, Radfahren)
  • Gewichtskontrolle → weniger Druck auf die Füße

Wann sollte man zum Arzt?

  • Neue Taubheitsgefühle auftreten
  • Wunden schlecht heilen
  • Starke Schmerzen oder Brennen auftreten
  • Gangunsicherheit zunimmt

Häufige Fragen zur Polyneuropathie-Fußpflege

1. Kann regelmäßige Fußpflege bei Polyneuropathie helfen?
Ja – regelmäßige Behandlungen verhindern Verletzungen und sichern die Fußgesundheit.

2. Wie oft sollte man bei Polyneuropathie zur Fußpflege gehen?
Mindestens alle 4–6 Wochen, bei erhöhtem Risiko öfter.

3. Welche Schuhe sind geeignet?
Weite, weiche Schuhe mit nahtlosem Innenfutter. Am besten vom Orthopädieschuhmacher angepasst.

4. Sind kalte Füße ein Symptom von Polyneuropathie?
Ja, häufig treten kalte oder taube Füße durch Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen auf.

Fazit
Polyneuropathie-Fußpflege ist entscheidend, um Spätfolgen wie Wunden, Infektionen oder sogar Amputationen zu verhindern. Regelmäßige Fußpflege hilft, die Füße gesund zu halten und Risiken rechtzeitig zu erkennen.